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Grüsse aus Fernost

Jetzt wird es asiatisch, und zwar mit zwei Ausstellungen, die unbedingt als sehenswert einzustufen sind.

„Ikeda Iwao: Bambus und Lack“ 


Die erste Einzelausstellung des in seiner japanischen Heimat renommierten Lackkünstlers Ikeda Iwao in Europa präsentiert im Museum für Asiatische Kunst in Berlin neuere, zum Teil eigens für diese Schau gefertigte Arbeiten aus Bambus und Lack. Der 1940 in Tokio geborene Ikeda Iwao stammt aus einer bekannten Familie von Bambuskünstlern und gilt wie sein Vater und Lehrmeister Ikeda Hyoa II als ausgewiesener Kenner des japanischen Teewegs. Seine von Teeutensilien über Vasen bis hin zu skulpturalen Werken reichenden Exponate greifen hinsichtlich Materialästhetik und vollendeter Verarbeitung die Ideale des Teewegs bewusst auf, zeichnen sich aber durch einen schöpferisch-innovativen Umgang mit der Tradition aus. Spannungsvoll korrespondieren die vielfältigen Erscheinungsformen des organischen Materials Bambus mit den differenzierten Farb- und Oberflächengestaltungen ausgesuchter traditioneller Lacktechniken, oszillieren zwischen formaler Klarheit und materieller Schönheit. Die freie Symbiose von Form, Farbe und Funktion der Plastiken des Ikeda Iwao hinterfragt den traditionellen Kontext der Kunst aus Bambus und Lack.



„Shiro Kuramata – Design als Poesie“ 


Shiro Kuramata (1934-1991), einer der wichtigsten japanischen Designer des 20. Jahrhunderts, verband die traditionelle Ästhetik seiner Kultur mit den westlichen Gestaltungsprinzipien der Postmoderne. Seine Entwürfe bestehen aus industriellen Materialien wie Streckmetall, Glas oder Acryl, tragen poetische Namen wie „How High the Moon“ oder „Miss Blanche“ und scheinen der Schwerkraft zu trotzen. Anfang der 1980er Jahre wurde Kuramata Mitglied der Memphis-Bewegung, deren Gründer Ettore Sottsass er später als seinen „maestro“ bezeichnete. Auch mit dem Modeschöpfer Issey Miyake arbeitete er eng zusammen. Die Ausstellung im Vitra Design Museum zeigt ausgewählte Möbel und Objekte Kuramatas, ergänzt durch seine teilweise surrealistisch anmutenden Entwurfszeichnungen und Fotografien seiner Interieurs. Ausstellungsgestalter ist David Saik.

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