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„Mir geht es um Eigenschaften“

Steffen Schmidt im Gespräch mit Alberto Meda.
Alberto Meda (* 1945) lebt und arbeitet in Mailand. Er lehrt an der Universität IUAV Venedig und hält Vorlesungen an führenden Designhochschulen und -institutionen. Mit Vitra arbeitet er seit 1994 zusammen. In dieser Zeit sind eine Familie von Bürostühlen und verschiedene Büro- und Konferenztische entstanden.
Steffen Schmidt: Herr Meda, was treibt Sie als Designer an?


Alberto Meda: Dinge weniger kompliziert zu machen. Wir als Menschen sind kompliziert. Deshalb ist es wichtig, dass wir zum Ausgleich von einfachen Dingen umgeben sind. Einfache Dinge mit einer versteckten komplexen Technologie. Denn um ein gutes Ergebnis zu erzielen, müssen sich Schlichtheit und Machbarkeit die Waage halten. Der Fokus wandert also weg von Formen und hin zum Verhältnis.


Steffen Schmidt: Das gilt auch für Ihren Stuhl „Physix“?


Alberto Meda: Natürlich. Bei ihm geht es um die richtige Relation zwischen der menschlichen Physik und der des Stuhls. So ist der Stuhl zwar nicht organisch im wörtlichen Sinne, aber die Mechanik und die einzelnen, zusammenhängenden Funktionen verleihen ihm durchaus einen organischen Charakter.


Steffen Schmidt: Ist „Physix“ eine Weiterentwicklung Ihres bisherigen Schaffens oder etwas ganz Neues?


Alberto Meda: Es besteht durchaus eine Verbindung zu meinen bisherigen Projekten. Neu ist allerdings mein Vertrauen gegenüber dem Plastik. Vor fünf Jahren wäre so etwas für mich noch undenkbar gewesen. Es geht eben auch darum, sein Wissen zu erweitern. Und damit meine ich nicht nur meinen eigenen Wissenshorizont, sondern auch den der Vitra-Mitarbeiter. Jede Person, die in diesen Prozess involviert ist.


Steffen Schmidt: Was war Ihrer Meinung nach der schwierigste Teil in dem kreativen Prozess?


Alberto Meda: Eine Idee zu entwickeln, die auch wirklich Sinn macht. Schließlich gibt es heute schon unzählige Möbelstücke, und wenn man ein weiteres auf den Markt bringt, muss es sich davon abheben und neue Aspekte einbringen. Mir geht es um ein neues Design mit neuen Eigenschaften, die den Stuhl in seinem Verhalten optimieren. Das ist der Dreh- und Angelpunkt in diesem Prozess. Dabei werden verschiedene Möglichkeiten in der Material- und Produktionstechnik durchleuchtet sowie physikalische Grenzen getestet und berücksichtigt, bis die Technologie schließlich eine machbare Antwort darauf gibt. Dann kann die Idee in die Realität umgesetzt werden.

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