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Verner Panton

Zum 15. Todestag

Den Höhepunkt seiner Karriere erreicht, verstirbt einer der ausdrucksstärksten Designer und Architekten: Verner Panton. Das war vor 15 Jahren. Seine Entwürfe jedoch sind geblieben – und aus der Designwelt nicht mehr wegzudenken.


Verner Panton zählt zu den beeindruckendsten Designern und Innenarchitekten des 20. Jahrhunderts. Mit einer großen Vorliebe für Farben, Formen und Funktionen führte er als einer der Ersten die Pop-Art in die Welt der Möbel ein. Jetzt, anlässlich seines 15. Todestages, schauen wir noch einmal auf sein Lebenswerk zurück, das unsere Welt ein bisschen bunter gemacht hat.


Als Däne erblickt Verner Panton am 13. Februar 1926 in Brahesborg-Gamtofte auf der Insel Fünen das Licht der Welt. Gerade volljährig, geht er Panton mit 18 Jahren nach Odense und dient dort zwei Jahre beim Militär. Parallel dazu besucht er von 1944 bis 1947 die Technische Schule, bevor er sein Architektur-Studium an der „Königlichen Akademie der Schönen Künste“ in Kopenhagen antritt. Dort beschäftigt er sich erstmals mit der Farbpsychologie. Während seines Studiums lernt der Skandinavier Tove Kemp kennen und heiratet sie 1950. Die Ehe hält allerdings nur ein Jahr. Was bleibt, ist die Freundschaft zu seinem Schwiegervater Poul Henningsen, der bis zu seinem Tod 1967 der Mentor Pantons bleibt.


Seinen kreativen Visionen Gestalt zu geben, lernt Verner Panton schon früh von den Großen. Bereits kurz vor dem Abschluss seines Studiums im Jahr 1950 steigt er für zwei Jahre im Architektur- und Designbüro von Arne Jacobsen, den er durch Henningsen kennenlernt, ein. Eine sehr prägende und nicht immer einfache Zeit, über die er später Folgendes sagt: „Je älter ich werde, desto mehr Respekt bekomme ich vor Arne Jacobsen, obwohl ich in vielen Dingen eine andere Auffassung habe. Wenn man all das bedenkt, was Arne Jacobsen in zahlreichen Bereichen vollbracht hat, gibt es niemand auf der Welt, der ihn schlagen kann. Selbstverständlich wurde sein Können von Talent, Energie, Ökonomie und Glück begleitet. Und vielleicht war alles ein wenig zu sauber. Aber ich habe niemals so viel von irgendjemand gelernt wie von Arne Jacobsen.“


Diese Erfahrung zahlt sich aus: Der international bekannte dänische Möbelhersteller Fritz Hansen baut schon bald die ersten in Serie produzierten Möbel Verner Pantons. So kommen Mitte der Fünfziger der „Bachelor Chair“ und der „Tivoli Chair“ auf den Markt. Den ersten großen Auftrag erhält er drei Jahre später – 1958 – von seinem eigenen Vater, der ihn fördern möchte. Also übernimmt er den Ausbau und die Gestaltung eines Ausflugslokals, das der „alte“ Panton als Pächter betreibt. 1960 entwirft er dann die ersten aufblasbaren Sitzmöbel der Möbelgeschichte. Beides, der nahtlose Werkstoff Kunststoff sowie das Spiel mit der Transparenz, wird charakteristisch für das Design Pantons. Später folgen Projekte wie die Gestaltung des Spiegel-Redaktionshauses oder die des Gruner + Jahr-Verlagshauses in Hamburg. Zudem lehrt er als Gastprofessor an der Offenbacher Hochschule für Gestaltung. In der Zwischenzeit heiratet er seine Lebensgefährtin Marianne Pherson-Oertenheim, die er während eines Urlaubs auf Teneriffa kennenlernt. Es ist seine zweite und letzte Ehe.


1998, auf dem Höhepunkt seines Schaffens, verleiht die dänische Königin Margrethe dem Designer das „Ritterkreuz vom Dannebrog-Orden“ für sein Lebenswerk. Im selben Jahr plant der große Architekt und Designer die Ausstellung „Licht und Farbe“, deren Retrospektive am 17. September im Trapholt Museum im dänischen Kolding eröffnet werden sollte. Kurz davor, am 5. September, stirbt Verner Panton im Alter von 72 Jahren in Kopenhagen.


Was zurück bleibt, sind die ewig jungen, zeitlosen Entwürfe des Künstlers, der einmal gesagt hat: „Die meisten möchten das, was sie gewohnt sind. Aber ich muss übertreiben, um meine Pointe rüberzubringen.“

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