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Zweierlei Dinge

Während sich das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe den Geschmacksverirrungen unserer Zeit widmet, wird in Bremen der „Stand der Dinge“ unserer Produktwelt anhand der heutigen Ess- und Tischkultur gemessen.

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„Böse Dinge. Eine Enzyklopädie des Ungeschmacks“

Machen schöne, wohlgeformte Dinge einen besseren Menschen? Die Antwort liefert das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg. Denn dort findet noch bis zum 15. September eine Ausstellung des Berliner Museums der Dinge statt, die den Spuren Gustav Edmund Pazaureks folgt und der erschreckenden Welt der Geschmacksverirrungen im Design und Kunsthandwerk einen Schauplatz bietet. Der Kunsthistoriker eröffnete bereits vor rund 100 Jahren die „Abteilung der Geschmacksverirrungen“ in Stuttgart, für die er in den darauf folgenden Jahren über 900 Negativbeispiele sammelte. Als bekennender Querulant stand er den modernen Produkten und Vorbildern von Werkbund und Bauhaus – der „guten Form“ – seit jeher kritisch gegenüber. Nun sind Teile seiner zuletzt 1930 gezeigten Sammlung wieder zu sehen. Die Ausstellung nimmt Pazaureks Systematisierung zum Ausgangspunkt und konfrontiert die historischen Beispiele mit der modernen Produktkultur – von Massenschund bis zum Designentwurf. So sollen nicht nur aktuelle Fragen nach Gestaltung und Material, sondern auch der Einfluss der Dinge auf unser Handeln beleuchtet werden.


„Vom Stand der Dinge"

Wie lässt sich „der Stand der Dinge“ in unserer globalisierten und weitgehend digitalisierten Produktwelt am besten erfassen? Richtig, anhand der Ess- und Tischkultur. Schließlich betrifft es nahezu alle Menschen. Das Wilhelm Wagenfeld Haus in Bremen zeigt noch bis zum 29. September die internationale Design-Ausstellung „Vom Stand der Dinge“ und bietet eine Art „Schule des Sehens“. Ausgehend vom Werk dreier Klassiker der Moderne, Wilhelm Wagenfeld, Tapio Wirkkala und Timo Sarpaneva, hat die Wilhelm-Wagenfeld-Stiftung elf international anerkannte Gestalter unterschiedlichen Alters eingeladen, mit ausgewählten Industrieprodukten von ihrer Arbeit und Denkweise zu berichten. So treffen beispielsweise strenge, durchdachte Gebrauchsformen wie Tafelgeschirr und Bestecke auf verspielte Gegenstände ohne nennbaren Nutzen. Ein Begleitprojekt der freien Fotografin Tanja Jürgensen zeigt zudem eine verdichtete Sicht auf vorgefundene Verhaltensmuster, Lebensstile und Lebenssituationen. Die gesamte Ausstellung demonstriert auf ganz unterschiedlichen Wegen ein authentisches, spannendes und noch nie dagewesenes Bild unserer gegenwärtigen Alltagskultur.

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