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Palazzi, Werkstätten
und Sporthallen

Wer in Mailand die besten Locations findet, kann sich der Aufmerksamkeit des Publikums sicher sein. Spektakuläre Inszenierungen sind mindestens so wichtig wie die ausgestellten Produkte.
Der Salone del Mobile in Mailand ist nicht nur die wichtigste Leistungsschau der Möbelindustrie, sondern auch ein internationales Event der Extraklasse. Immer wieder spannend dabei, wer sich die attraktivsten Schauplätze gesichert, die schönsten Palazzi dekoriert oder gar ganz neue Locations entdeckt hat. Immer eine sichere Bank: die spektakulären Shows des Design-Zauberers Marcel Wanders von Moooi. In seinem imaginierten „Museum of Extinct Animals“ präsentierte der Niederländer Stoffe, Tapeten und Teppiche nach Fellmustern ausgestorbener Tiere, und am Ende der zentralen Achse stapfte ein mächtiges Bison durch den Schnee auf die Besucher zu. Grandios, phantasievoll, märchenhaft. Noch romantisch verspielter die drei völlig verschiedenartigen Inszenierungen der Mailänder Platzhirsche von Dimorestudio. Ihre Gallery in einer Altbauwohnung im Brera-Viertel zeigte intime Raum-in-Raum-Installationen samt nostalgischen Klängen, Rezitationen und Designklassikern, zu betrachten nur durch kleine Gucklöcher. Das Studio im gleichen Haus präsentierte u.a. technoide Fabelspinnen, und im Showroom an der nächsten Ecke hüllten künstliche Nebelschwaden neun noble Einzelstücke der Limited Edition des Designers Emiliano Salci für Dimorestudio ein. Die gar nicht so typisch skandinavisch-nüchternen Dänen von Gubi nutzten die Pracht des Palazzo Serbelloni als Bühne, und siehe, da Nord und Süd verstanden sich ästhetisch aufs Vortrefflichste. Neu gezeigt wurden unter anderem der Beetle Lounge Chair in schönen, neuen gemusterten Stoffen und die Bat Lounge Chairs des Designer-Duos GamFratesi. Ähnlich überzeugend war Hays Zusammenarbeit mit Sonos und We.Work im Palazzo Clerici. Zu sehen: ein Feuerwerk an Neuheiten vom preiswerten ästhetischen Kunststoffstuhl, präsentiert im atemberaubenden Spiegelsaal, über Massivholzprodukte (Tisch und Bank Triangle Leg) bis hin zum schönen Silhouette-Sofa von GamFratesi. Dadurch war die beliebte La-Pelota-Halle, in der Hay vor zwei Jahren seine New-Order-Regalserie präsentiert hatte, frei für die Typecasting-Ausstellung von Vitra: ein 200 Objekte umfassendes Panorama von erfolgreichen Designs, interessanten Flops, vergessenen Entwürfen und innovativen Modellen, zusammengestellt von dem Designer Robert Stadler. Im Mittelpunkt stand die Frage nach der sozialen Funktion von Möbeln in der Gesellschaft. Im Superstudio in der Zona Tortona schließlich gab es lange Schlangen vor der Show von Nendo, der zehn neu interpretierte Accessoires vom Messlöffel bis zum Reißverschluss in einer hinreißend gestalteten Ausstellung zeigte.
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