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imm 2016 - Ohne Ecken und Kanten

Zu jeder imm cologne inszeniert ein Designer „Das Haus“. Für mehr Offenheit warb in diesem Jahr Sebastian Herkner.

„Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann“: Diese Weisheit des französischen Künstlers Francis Picabia wurde auf der imm cologne überzeugend aufs Räumliche übertragen.


Designer Sebastian Herkner konzipierte für die Messe-Reihe „Das Haus – Interiors on Stage“ - eine kreisrunde Gebäude-Installation, die sich von ihrem Kern, einem angedeuteten Innenhof, zwiebelartig von innen nach außen aufbaute. So entstand ein (fast) unendliches Haus, das ein neues, fortschrittliches Denken ohne Grenzen herausfordert.


„Das Haus“ wies kaum feste Wände auf – diese hatte Textil-Fan Herkner, der schon einmal ein Jahr beim Modelabel Stella McCartney tätig war, durch Vorhänge ersetzt. Da gab es zum Beispiel einen Plisseestoff, dessen Falten an Wellblech erinnern. Oder ein textiles Netz, das wie ein Gitter wirkt. Zusammen mit Nya Nordiska hatte Herkner eigens für die imm cologne nach „interessanten, nach besonderen Stoffen gesucht, die dem ‚Haus’ eine einzigartige haptische Qualität geben“. Die textile Struktur der Installation sorgte neben der weichen Haptik vor allem für eine faszinierende Transparenz. Für Herkner eine Botschaft gegen die Tendenz zur Abschottung: „Die Transparenz von ‚Das Haus’ ist ein Ausdruck für die Notwendigkeit, sich Veränderungen mit mehr Offenheit zu stellen.“


Im Innern traf man auf alte Bekannte wie die Nelson Bench von Vitra, den Kay-Bojesen-Affen von Rosendahl oder die Pedrera-Leuchte von Gubi und auf schöne Neulinge wie die Cuna-Wanne von Patricia Urquiola für Agape oder den Mbrace-Schaukelstuhl von Dedon.


Und natürlich hat Herkner auch eigene Produkte in seinem „Haus“ untergebracht. So durfte sein Bell Table für Classicon ebenso wenig fehlen wie die Nebra-Leuchten für Fontana Arte. Die sinnlich-schöne Collage zeitgemäßen Wohnens wurde ergänzt von Besonderheiten, die allein für „Das Haus“ entstanden: Badfliesen aus echter Seife und ein Perlen-Paravent aus Rosenthal-Porzellan etwa.

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