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imm 2015: Willkommen im Käfig

Mit Lyndon Neri und Rossana Hu gestaltete erstmals ein chinesisches Architekten-Duo „Das Haus“ auf der imm cologne. Statt eines behaglichen Heims zeigten sie einen Ort, der Fragen aufwirft, herausfordert, provoziert. Wer sich auf die „Memory Lane“– so der Name des Hauses – einließ, war mittendrin im Diskurs über das Wohnen gestern, heute und morgen

„Die Wirkung unseres ‚Hauses’ auf der imm cologne wird sicherlich weniger entspannend sein als bei Louise Campells Version vom letzten Jahr“, verkündete Lyndon Neri schon im Herbst in Shanghai. „Unser ‚Haus’ soll Menschen im Gegenteil beunruhigen.“

Dass Neri – der männliche Teil des Duos Neri&Hu – nicht zu viel versprochen hatte, zeigte sich jetzt, sobald man auf das fertige Haus zuging: Ein zweistöckiges Gebäude aus käfigartigen Containern, dessen Fassaden aus Ziegeln, Holz und Drahtgeflechten von einem Metallrahmen gehalten werden. Statt einfach eintreten zu können, um das Interieur zu bestaunen, musste sich der Besucher auf einer geschlossenen Brücke führen lassen. Der kuratierte Weg erlaubte nur ausschnittartige Blicke – mal durch die Fenster, mal von innen, mal von oben. Dabei bekam man in der „Memory Lane“ Wohnszenarien zu sehen, die vergangene und künftige Bilder eines Zuhauses heraufbeschworen. Jeder Raum hielt einen Vorschlag für die mögliche Nutzung bereit: Der „Raum zum Schlafen“ ganz in Blau gehalten, in dem außer einem Bett fast nichts an ein konventionelles Schlafzimmer erinnerte. Dazu ein gelber „Raum zum Lesen“ für den Poeten und ein roter „Raum zum Baden“ für den Liebenden. So wurde „Das Haus“ zu einem Museum zur Geschichte der Wohnrituale – mit dem das Design-Team zu fragen schien: Ist das Zuhause ein Käfig für unsere Gewohnheiten? Ein weniger ästhetischer, denn philosophischer Ansatz, den Neri mit einer hübschen Anekdote wieder erdete: „Warum muss man dem Fisch den Kopf abhacken, bevor man ihn kocht“, habe seine Großmutter ihre Großmutter gefragt, die sich in langen Erklärungen über die Kochweise ihrer Mutter ergoss. „Am Ende kam heraus, dass die Urgroßmutter nur einen kleinen Topf besaß und den Kopf abtrennen musste, weil er sonst nicht hineingepasst hätte.“


Jedes Jahr lädt die imm cologne einen „Guest of Honor“ ein, die 240 Quadratmeter große Ausstellungsfläche mit einer 1:1-Wohnsimulation zu bespielen. Das 2004 in Shanghai gegründete Büro Neri&Hu gilt als das progressivste Architektur- und Designstudio Chinas. Bekannt wurde es etwa durch den Entwurf des Le Meridian in Zhengzhou, China, oder des Flagship Stores von Camper in Shanghai. Darüber hinaus hat Neri&Hu Möbel für europäische Hersteller wie BD Barcelona, ClassiCon und Moooi entworfen.

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