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Buchtipps: Kleine Häuser, großer Italiener

Zwei neue Coffee Table Books versetzen uns in Erstaunen:
„Small Architecture Now!“ zeigt architektonische Kleinlösungen, „Ettore Sottsass“ das Wunderwerk des Designers. Viel zu schön, um sie auf dem Beistelltisch liegen zu lassen – lieber rauf auf das Sofa, Buch in die Hand nehmen und stundenlang schauen

Große kleine Architektur


Ein öffentliches Toilettenhäuschen im japanischen Shirakawa. Ein Puppenhaus für Calvin Klein in New York. Ein Baumhaushotel in Bad Zwischenahn. Der Kunsthistoriker Philip Jodidio widmet sich mit „Small Architecture Now!“ architektonischen Kleinlösungen auf allen Kontinenten – von bekannten Namen wie dem 2013 mit dem renommierten Pritzker-Preis ausgezeichneten Toyo Ito und aufstrebenden Architekten. Eine beeindruckende Parade, die beweist, dass Architekten Verdichtung heute durchaus als Verlockung empfinden. Auch wenn die neue Baukultur wegen urbaner Enge und schwindender Ressourcen notwendig wird. In bewährter Coffee-Table-Tradition zeigt das Buch die Gebäude in großformatigen Bildern. Nach einem ersten Staunen kann sich der Leser über Planer und Projekte informieren. Wie über das Riverside House Suginamid: Gerade einmal 52 Quadratmeter groß ist das dreieckige Grundstück eines Paares mit Tochter in Tokio. Der japanischen Architekt Kota Mizuishi baute darauf ein Haus, das dank seiner Winkel und seines abfallenden Daches ein Gefühl von Weite ermöglicht.


Philip Jodidio: Small Architecture Now!

Taschen, 416 Seiten

39,99 Euro.



Memphis in Mintgrün


Bereits kurz nach seiner Geburt, so erzählte Ettore Sottsass gerne, drückte ihm sein Vater einen Bleistift in die Hand. Selbst Architekt, wünschte dieser, dass der kleine Ettore in seine Fußstapfen treten würde. So kam es dann auch. Mehr noch: Der Mann mit dem Schnauzbart wurde zur Zentralfigur des italienischen Designs. Die von ihm gegründete Gruppe Memphis verkündete das Ende des Internationalen Stils und die Wende zum emotionalen Design. Mit der 500-Seiten Monografie „Ettore Sottsass“ setzt ihm der Phaidon-Verlag jetzt ein würdiges Denkmal. Man kann das Buch sowohl wie eine chronologische Geschichte von vorne nach hinten lesen, als auch in Einzelkapiteln zu den Disziplinen Möbel, Design, Fotografie, Keramik und Architektur. Der Umschlag kommt in einem für Sottsass typischen Mintgrün daher – und auch im Inneren spart das Coffee Table Book nicht mit Einfällen, etwa verschiedenfarbigen, matten und glänzenden Papieren, Registerkarten und einem Muster des berühmten Memphis Laminats. Wie sagte Sottsass einst: „Wenn uns etwas retten wird, dann ist es die Schönheit."


Philipe Thome, Francesca Picchi, Emily King: Ettore Sottsass

Phaidon, 500 Seiten

125 Euro.

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