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Patricia Urquiola

Die Spanierin mischt die Designwelt ordentlich auf und sorgt für einen angenehmen, frischen Wind. Dabei will sie eigentlich nur eines: etwas entwerfen, das auch wirklich von Nutzen ist.

Patricia Urquiola ist eine Pragmatikerin: „Ich entwerfe Dinge zum Benutzen – Dinge, die produziert werden müssen.“ Und trotzdem schafft sie es, auch aus scheinbar banalen Möbeln ein Meisterwerk der Extraklasse zu kreieren. Die quirlige Spanierin hat es einfach, dieses natürliche Gespür für Ästhetik und Schönheit. Da bleibt im Grunde nicht viel mehr zu sagen als: Wer kann, der kann.  


Dabei dauerte es bei der 1961 in Oviedo geborenen Designerin eine gewisse Zeit, bis der Funke übersprang. Als sie mit 18 Jahren ihren Heimatort verlässt um in Madrid Architektur zu studieren, verbringt Urquiola anfangs mehr Zeit im Kino als in der Fakultät. Sie findet einfach keinen Zugang zum Lehrinhalt. Erst der portugiesische Gastdozent und Architekt Alvaro Siza weckt ihr Interesse. Sein Ansatz, auf regionale Gegebenheiten einzugehen, nicht eitle Skulpturen zu entwerfen, öffnet schließlich ihren Geist und ihr Herz.  


Ihre ersten praktischen Erfahrungen sammelt sie in den neunziger Jahren. Sechs Jahre lang arbeitet Patricia in der Entwicklungsabteilung des Möbelherstellers De Padova, bevor sie zu Piero Lissoni wechselt und Führungsaufgaben in seinem Atelier übernimmt. 2011 wagt die Wahlmailänderin mit „Studio Urquiola“ schließlich den Schritt in die Selbstständigkeit. Das Timing stimmt, denn die ersten Aufträge folgen prompt – ist sie doch inzwischen kein unbeschriebenes Blatt mehr.  


Mittlerweile zählt die Mutter von zwei Töchtern zu den Top-Designern des 20. Jahrhunderts und arbeitet für Hersteller wie Cassina, Driade, B&B Italia, Foscarini und vor allem für Moroso. Ihre Entwürfe reichen von Sofas und Betten über Wasserhähne bis zu Leuchten. Es gibt kein Entweder-oder, keinen festgefahrenen Stil bei Patricia Urquiola. Strenge zurückgenommene Ästhetik auf der einen, sinnlich, fantasiereich und expressiv auf der anderen Seite. Diese Flexibilität ist das Ergebnis ihres Ansatzes, eine Ausgewogenheit zwischen dem äußeren Erscheinungsbild und dem Nutzwert eines Objekts zu finden. Dabei analysiert und hinterfragt die studierte Architektin aktuelle Trends und Strömungen sowie das Designgeschehen insgesamt. Denn auch, wenn sie selbst eher praktisch denkt, so ist sie doch immer wieder aufs Neue „von den Möglichkeiten begeistert, die die Verbindung von kunsthandwerklichen Arbeitstechniken mit moderner Technologie eröffnet“. Am Ende ist sie neben dem ganzen Pragmatismus eben doch eine Künstlerin, die genau weiß, was sie tut.

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